Wohnpark St. Josef in Mils feiert wichtigen Bauabschnitt
Was bislang nur auf Plänen und Visualisierungen zu sehen war, konnten zahlreiche Gäste nun unmittelbar erleben. Die Projektträgerin hatte Nachbar*innen, Klient*innen, Mitarbeiter*innen, Projektpartner sowie das Baustellenteam zu einem Grillfest mit Baustellenbesichtigung geladen – im Sinne einer vorgezogenen Firstfeier, um den erreichten Bauabschnitt zu würdigen. Der Gesamtrohbau soll bis November 2026 abgeschlossen sein, die Gebäudeübergabe ist für Ende Oktober 2027 vorgesehen.
Bei einer Führung durch den Rohbau und das Areal gab es Aus- und Einblicke in die künftigen Räume und die durchdachte Verbindung von Wohnen, inklusiven Wohnformen und gemeinschaftlich genutzten Bereichen. „In den vergangenen sechs Monaten wurde viel Arbeit geleistet und inzwischen ist der Wohnpark räumlich greifbar. Das Vorzeigeprojekt verbindet langfristig soziale, ökologische und bauliche Anforderungen und der erste größere Abschnitt ist ein wichtiger gemeinsamer Erfolg aller Beteiligten, den wir gerne zeigen und auch feiern“, betont DI Walter Soier, Geschäftsführer der Tiroler Wohnbau.
Ein Nachmittag des Miteinanders
Das Grillfest brachte Menschen zusammen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Projekt verbunden sind. Für die einen wird der Wohnpark künftig Lebens- oder Arbeitsort sein, für andere Teil ihres unmittelbaren Wohnumfelds oder ihrer täglichen Verantwortung.
Bei Köstlichkeiten vom Grill – zubereitet vom Küchenteam des Hauses zum Guten Hirten in Hall – und Gesprächen blieb an diesem Nachmittag ausreichend Zeit für Begegnung.
Sr. MMag.a Dr.in Barbara Flad, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern von Zams
Der Wohnpark St. Josef ist auch mit hohem planerischem Anspruch stimmig in das bestehende Umfeld und die Gegebenheiten von Mils eingebettet. Dabei ist es allen Beteiligten, auch der Gemeinde Mils, ein besonderes Anliegen, den Klient*innen moderne, zeitgemäße Wohnungen zu bieten und zugleich ihre gewachsenen Verbindungen zu Mils zu bewahren. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und das Gedeihen der Wohnanlage. Sie ist ein bereichernder Impuls für das dörfliche Leben, stärkt die Vielfalt und schafft neue Möglichkeiten für Austausch über Generationen hinweg“, sagt Daniel Pfeifhofer, BEd, Vizebürgermeister der Gemeinde Mils.
Inklusives Wohnen – inklusives Leben
Mit dem Wohnpark St. Josef setzt das Netzwerk St. Josef seinen seit 2016 eingeschlagenen Weg der Dislozierung fort. Als eine der größten Einrichtungen für Menschen mit Mehrfachbehinderung in Tirol verbindet das Netzwerk St. Josef, das zu den Sozialen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern von Zams gehört, Wohnen, Arbeit, Therapie und Lebensbegleitung. Moderne Wohnangebote werden dezentral in kleineren, eigenständigen Einheiten in der Region gestaltet, um Selbstständigkeit und Privatsphäre ebenso zu stärken wie gesellschaftliche Teilhabe und individuelle, fachliche Begleitung.
In Mils wird dieser Ansatz mit sechs Einheiten für inklusives Wohnen und 27 objektgeförderten Mietwohnungen nun in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptstandort weitergeführt. Künftig leben Menschen mit und ohne Behinderung in den vier Gebäuden. Klient*innen des Netzwerks St. Josef übersiedeln aus dem Hauptgebäude in die neuen inklusiven Wohneinheiten. „Inklusion beginnt dort, wo Menschen nicht zuerst als Menschen mit oder ohne Behinderung gesehen werden, sondern als Nachbar*innen, Kolleg*innen und Freund*innen. Dafür braucht es gezielte Wohnformen, die Eigenständigkeit ermöglichen, und professionelle Begleitung, die verlässlich dort unterstützt, wo sie gebraucht wird. Der Wohnpark St. Josef schafft genau dafür neue Möglichkeiten: ein eigenes Zuhause, fachkompetente Begleitung sowie ein Umfeld, das sich Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich teilen“, so Mag.a Dr.in Stephanie Federspiel-Kleinhans, LL.M. und Wolfgang Tripp, MMSc, Geschäftsführung der Sozialen Einrichtungen.
Nächste Etappe – Ausbau und Fertigstellung
Nach dem Abschluss des Rohbaus aller vier Gebäude im November rückt der Ausbau in den Mittelpunkt. Innen- und Außenbereiche werden fertiggestellt, bevor die Gebäude Ende Oktober 2027 zum Einzug übergeben werden sollen.
Dem Miteinander Raum und Zukunft geben
Seit ihrer Gründung vor 200 Jahren prägt ein verantwortungsvolles und beständiges Wirken für Menschen und die Gesellschaft die Arbeit der Kongregation der Barmherzigen Schwestern von Zams. Was heute in Mils gebaut wird, knüpft an dieses langjährige Engagement an und soll künftig weit mehr sein als eine Wohnanlage: ein Ort, an dem unterschiedliche Lebenswege zusammenfinden, Nachbarschaft entsteht und Menschen ihr Zuhause finden können. Ein Ort, an dem Individualität selbstverständlich ihren Platz hat und zugleich Raum für das entsteht, was Menschen miteinander verbindet.